Zu jung?

Mathias Kremer

„Mir wurde von einigen Leuten gesagt, ich wäre doch noch ziemlich jung, um mich für ein Leben als Priester zu entscheiden.”

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Zu jung?

Mathias Kremer


Mein Name ist Mathias Kremer, ich bin 20 Jahre alt, komme aus Liersberg bei Igel und habe im September 2013 mit dem Propädeutikum begonnen. Heute studiere ich bereits im ersten Semester Theologie.
Bei Eintritt ins Priesterseminar wurde mir von einigen Leuten gesagt, ich wäre doch noch ziemlich jung, um mich für ein Leben als Priester zu entscheiden. Ich habe mir dann eben genau diese Frage gestellt, ob ich tatsächlich zu jung für eine solche Entscheidung sein könnte. Was würde ich heute dazu sagen?
Ich denke es wären folgende Dinge: Erstens war das ja noch keine endgültige Entscheidung, da die Zeit im Priesterseminar ja auch noch einmal eine Zeit der Entscheidung und Zeit der Reifung sein soll. Auf der anderen Seite habe ich schon immer etwas gespürt, was mich „angestupst“ und mir Mut gemacht hat, diesen Weg zu gehen, und vor allem die Gestaltung meines Lebens in meine Hände zu nehmen und somit der Spur meiner Berufung nachzugehen. Und wichtig für mich ist dabei immer auch im Zwiegespräch mit Gott zu erfragen: „Bin ich da, Gott, wo du mich haben willst? Wie hast du dir mich vorgestellt? Was ist das, womit ich mein Leben füllen soll?“ Gerade diese Frage gilt ja nicht nur für die Berufung zum Priester, sondern sie gilt für uns alle, denn so kommt der Sinn unseres Lebens wieder von Gott selbst, denn er ruft jeden auf seine ganz individuelle Weise und sucht Freundschaft mit uns. Ich habe mich auf diese Weise persönlich von ihm angesprochen gefühlt, er gibt mir Kraft, meinen Weg zu finden und so habe ich mich aufgemacht, um diesen Weg zu gehen. Und Wege zu gehen ist unabhängig vom Alter, ich muss nur den Mut haben, Gott in meinem Leben Raum zu geben und mich von ihm leiten lassen, egal wohin er mich führt.

„Mir wurde von einigen Leuten gesagt, ich wäre doch noch ziemlich jung, um mich für ein Leben als Priester zu entscheiden.”

Priester werden? Will ich das?

Thomas Hufschmidt

„Priester werden? Theologie studieren? Wie geht das? Kann ich das? Will ich das?”

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Priester werden? Will ich das?

Thomas Hufschmidt


Theologie studieren? Priester werden? Kann ich das? Will ich das?
All diese Fragen gingen mir im Sommer 2008 durch den Kopf. Ein Jahr vor meiner Abiturprüfung war plötzlich nichts mehr wie es die ganze Zeit war. Eigentlich waren alle Pläne bereits gemacht: Abi, Studium in Mathematik und Materialwissenschaften, danach einen super Job und viel Geld verdienen, weil Naturwissenschaftler eben gefragt sind.
Doch dann: auf einmal war da nur noch ein großes Fragezeichen.
Ich war nicht zufrieden mit dem Lebensentwurf, den ich mir oder den mir vielleicht auch meine Umwelt geben wollte. Im Sommer 2008 erreichte mich diese Frage aber wie eine heranrollende Lawine, der ich nicht mehr ausweichen konnte. Ich musste mich jetzt, da ein Lebensabschnitt sichtbar zu Ende zu gehen schien, für eine neue Weichenstellung entscheiden.
Ich suchte Gespräche mit mir gut vertrauten Seelsorgern, denn ich spürte, dass da mehr war als ein bloßer Berufswunsch, als ein bloßes Ausprobieren-wollen eines Studiums oder einer Ausbildung. Ich hatte ein Gefühl, das ich gar nicht richtig beschreiben kann. Ich fühlte mich hingezogen zu Gott und der Kirche. Ich spürte das innere Verlangen, in dieser Kirche, an ihrem Aufbau und der Verkündigung mitwirken zu wollen. Nach vielen Gesprächen, viel Zeit im stillen Kämmerchen und im Gebet, wo ich die Frage um meine Zukunft in Gottes Hände gelegt habe, kam ich zu dem Entschluss, mich im Trierer Priesterseminar zu bewerben.
Von meiner Bewerbung habe ich zunächst nur meinen besten Freunden erzählt. Alle anderen, inklusive meiner Eltern, wurden erst nach dem Abschluss der Bewerbung über meinen Entschluss informiert.
So habe ich dann im November 2009 meinen Weg in Trier mit dem Eintritt ins Priesterseminar begonnen. Für ein Jahr habe ich in München studiert, und wenn alles gut geht, schließe ich im Sommer mein Studium ab. Im Januar 2015 wurde ich unter die Kandidaten für das Weihesakrament aufgenommen. Durch diesen Schritt wurde mein Weg konkreter, weil ich zum ersten Mal mich offiziell vor der Gemeinde und den Mitbrüdern dazu bereiterklärt habe, den Weg hin zur Weihe weiterzugehen und mich weihen zu lassen.
Nach wie vor gibt es aber die Momente des Zweifelns und des Fragens. Ich bin froh und Gott dankbar, dass er mich bis hierher geführt und getragen hat. Die Fragen, die ich mir vor Beginn meines Weges im Seminar gestellt habe, sind noch nicht beantwortet, aber ich spüre, dass ich auf dem richtigen Weg bin.

„Priester werden? Theologie studieren? Wie geht das? Kann ich das? Will ich das?”

“Ausstrahlung” steckte an

Patric Schützeichel

„Es sprang ein Funke über und ich merkte, wie sinnvoll und wie glücklich machend ein Leben als Priester sein kann.”

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“Ausstrahlung” steckte an

Patric Schützeichel


Mein Name ist Patric Schützeichel, ich bin 21 Jahre alt, komme aus Roßbach bei Waldbreitbach und studiere im 3. Semester Theologie. Wenn ich meinen Weg beschreiben soll, so kann ich zunächst sagen, dass ich eine „klassische Karriere“ in der Ministrantenarbeit durchlaufen habe: Nach der Erstkommunion wurde ich Messdiener, später dann Verantwortlicher in der Messdienerarbeit und in der Jugend der Pfarrei. Die Pfarrei war für mich mein gewohntes Umfeld, ich bin in ihr groß geworden.
In dieser Zeit des Wachstums durfte ich zwei sehr prägenden Personen begegnen, zwei Kaplänen, die nacheinander ihre Stelle in der Pfarrei hatten. Zunächst hatte ich Kontakt zu ihnen in der Jugendarbeit, dann aber auch darüber hinaus. Ihre vorbildhafte Wirkung und ihr „Ausstrahlen“ steckten an. Es sprang ein Funke über und ich merkte, wie sinnvoll und wie glücklich machend ein Leben als Priester sein kann. Mehr und mehr hatte ich selbst den Wunsch, auch genau so, auf diese lebensfrohe, ansteckende Weise Menschen zu begegnen und mit ihnen etwas von der Schönheit des Glaubens zu teilen. Stückweise konnte ich die Gedanken an den Priesterberuf, den eigenen Wunsch, Priester zu werden zunächst klarer fassen und dann die Hürde überwinden, auch einmal mit jemandem darüber zu sprechen. Schließlich wollte ich wissen, wie das geht: Priester werden. In vielen Gesprächen mit meinen Ansprechpersonen, den beiden Kaplänen, habe ich zunächst zögerlich, dann aber immer klarer meine Sehnsucht ausdrücken können. Ich besuchte die Informationstage im Priesterseminar. Und danach wurde es noch klarer: ich war entschlossen, mir anzuschauen, wie der erste Ausbildungsabschnitt im Priesterseminar aussieht.
Nach dem Abitur schrieb ich meine Bewerbung – und wurde aufgenommen in das Propädeutikum, den ersten Ausbildungsschritt, noch vor dem Theologiestudium.
Heute, im 2. Semester kann ich das Propädeutikum rückblickend als eine wertvolle Zeit bezeichnen, in der ich mich entschließen konnte, den Weg im Priesterseminar weiter zu gehen. Ich wünsche mir für die Zukunft, dass ich so lange, wie es mir dort gut geht, im Priesterseminar bleiben darf und dass ich, solange es Gottes Wille ist, ich meinen Weg in der Nachfolge Schritt für Schritt mit IHM weitergehen darf.

Die schrittweise Hinführung zu dieser Art von Meditation erfolgt in Anlehnung an das bewährte Buch „Kontemplative Exerzitien“ von Franz Jalics SJ. Über die Wahrnehmung des Atems und das Erspüren der Hände führen diese Exerzitien Schritt für Schritt dazu, den eigenen Atem mit dem Namen Jesu zu verbinden und dabei in Stille zu verweilen. Elemente: Schweigen, gemeinsame Tagesreflexion, Entspannungsübungen (Qi Gong), ausgiebige Spaziergänge, täglicher Gottesdienst, in den eine „Ansprache“ integriert ist, in der auf wesentliche Punkte des kontemplativen Gebetsweges hingewiesen wird.

Beitrag über Patric Schützeichel in der Landesschau Rheinland-Pfalz zum Thema “ARD Themenwoche Woran glaubst du? – Auch Priester dürfen zweifeln“.

„Es sprang ein Funke über und ich merkte, wie sinnvoll und wie glücklich machend ein Leben als Priester sein kann.”

Gott ruft mehr!

Mathieu Valet

"Doch auf einmal tauchte ein Zweifel auf: Ist da nicht vielleicht noch mehr?"

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Gott ruft mehr!

Mathieu Valet


Eine der wohl tiefsten Erfahrungen meiner Berufungsgeschichte ist der stete Ruf Gottes mehr aus meinem Leben zu machen. Diesen Ruf habe ich zum ersten Mal im Alter von 16 Jahren gehört und seitdem hat er mich nicht mehr losgelassen. Damals habe ich mich gefragt, was ich mit meinem Leben machen möchte. Studieren, arbeiten, Geld verdienen, ein Haus bauen, eine Familie gründen… Dass das in meinem Leben geschehen sollte, war für mich selbstverständlich. Doch auf einmal tauchte ein Zweifel auf: Ist da nicht vielleicht noch mehr? Nicht nur arbeiten, um Geld zu verdienen… für die Menschen arbeiten, für Gott arbeiten, Priester werden?

Lange Zeit habe ich den Gedanken von mir weggeschoben, doch die Frage nach meiner Berufung, nach meinem mehr im Leben lies mich nicht mehr los. Als ich schließlich mein Abitur in der Tasche hatte, wollte ich nicht länger nur über die Möglichkeit nachgrübeln, sondern den Versuch wagen. So bin ich im Jahr 2015 ins Bischöfliche Priesterseminar Trier eingetreten.

Jetzt bin ich schon einige Jahre im Priesterseminar. Hier habe ich gelernt, dass das Priesterseminar nicht immer ein Ort ist, wo alle Fragen schon beantwortet sind. Auch wenn die erste Entscheidung schon gefallen ist, bin ich immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie ich dieses mehr in meinem Leben finden und leben kann. In vielen Bereichen des kirchlichen Lebens hat man den Eindruck, dass es statt um ein mehr eher um ein weniger geht. Und auch das Zölibat als Lebensform des Priesters scheint für viele zunächst ein weniger an Beziehung und Lebensfreude.

In den letzten Jahren habe ich gelernt, dass es auf diese Fragen keine einfachen Antworten gibt. Was ich aber auch gelernt habe ist, dass ich meinen Weg nicht allein gehe. Zuerst sind da natürlich die vielen Weggefährten im Priesterseminar und darüber hinaus. Vor allem ist es aber einer, der mir immer wieder, in den zahlreichen Begegnungen, im Miteinander und vor allem im Gebet, deutlich macht, dass Er den Weg mit mir geht. So ist das wichtigste, dass ich bis jetzt gelernt habe, dass egal wo mich dieser Weg hinführt, zum Priestersein oder nicht, ich dieses mehr mit Ihm finden werde.

"Doch auf einmal tauchte ein Zweifel auf: Ist da nicht vielleicht noch mehr?"