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Bei einer Exkursion nach Saarbrücken setzte sich die Hausgemeinschaft des Priesterseminars Trier intensiv mit Leben, Glauben und Widerstand des Weiße-Rose-Mitglieds und Glaubenszeugen Willi Graf auseinander.:Auf den Spuren des Glaubenszeugen Willi Graf

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Datum:
11. Jan. 2026
Von:
Benedikt Lang

Am 10. Januar 2026 machte sich die Hausgemeinschaft des Priesterseminars Trier – bestehend aus vier Seminaristen – gemeinsam mit Regens Tim Sturm und dem Lehrstuhlverwalter für Kirchengeschichte, Frederik Simon, auf den Weg nach Saarbrücken. Das Bistum Trier und das Priesterseminar blicken auf zahlreiche Glaubenszeugen zurück, deren Leben bis heute Orientierung geben. In Saarbrücken begab sich die Gemeinschaft auf die Spuren eines besonders eindrucksvollen Glaubensvorbildes: Willi Graf.

Willi Graf war erst 25 Jahre alt, als er vom nationalsozialistischen Regime zum Tode verurteilt und durch das Fallbeil hingerichtet wurde. Der Grund für seine Verurteilung war sein Widerstand gegen das NS-Regime als Mitglied der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Die Seminaristen besuchten zentrale Orte seiner spirituellen Heimat und versuchten, sich dort seiner Glaubenswelt anzunähern.

Als Messdiener in der Basilika St. Johann und regelmäßiger Gottesdienstbesucher der damals neu errichteten Kirche St. Michael war Willi Graf eng mit dem kirchlichen Leben Saarbrückens verbunden. Der Besuch seines Ehrengrabes auf dem Saarbrücker Friedhof – Graf ist Ehrenbürger der Stadt – stellte daher einen wichtigen Höhepunkt des Tages dar.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen setzten sich die Seminaristen intensiv mit Tagebucheinträgen und Haftbriefen Willi Grafs auseinander und gingen der Frage nach, welche theologischen Überzeugungen sein Handeln geprägt haben. Begleitet wurden sie dabei von Frederik Simon, der auch Mitglied der Seligsprechungskommission Willi Graf ist. Unter fachkundiger Leitung wurde recherchiert, gelesen und diskutiert.

Den Abschluss der Exkursion bildete der Besuch der Jugendkirche eli.ja mit einer Streetart-Darstellung Willi Grafs im Saarbrücker Stadtgebiet. Damit endete ein eindrucksvoller Tag, der den Teilnehmern nicht nur historische Einblicke, sondern auch geistliche Impulse vermittelte.