Pfarrer Joseph Bechtel
Letzter Dienstort: Niedermendig
verstorben am 12.8.1942 in Dachau
Joseph Bechtel wurde am 18.7.1879 in Kinheim an der Mosel als eines von neun Kindern in eine Winzerfamilie hineingeboren. Er besuchte das königliche Gymnasium in Düsseldorf und legte als Konviktschüler Ostern 1902 am renommierten Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Trier seine Reifeprüfung ab. Es folgte das Studium der Philo- sophie und Theologie im Bischöflichen Priesterseminar Trier, bevor er am 31.3.1906 im Trierer Dom durch Michael Felix Korum zum Priester geweiht wurde. Auf seiner ersten und einzigen Kaplansstelle in St. Nikolaus, Bad Kreuznach, erhielt er durchweg gute Benotungen, wie auch schon in seiner Schul- und Studienzeit.
Seine erste Pfarrstelle erhielt er in Norath im Hunsrück. Über sein Wirken in Norath und der folgenden Pfarrstelle im nahe gelegenen Macken sind kaum Informationen erhalten. Am 29.9.1929 wurde Pfarrer Joseph Bechtel in die nahezu 3000 Gläubige mehr zählende Pfarrei Niedermendig versetzt. Hier geriet er 1936 laut Gestapoakte das erste Mal mit den Nationalsozialisten in Konflikt.
Zu diesem Zeitpunkt war Bechtel für die regionale Parteileitung schon kein Unbekannter mehr. Bespitzelungen und Schikanierungen seiner Arbeit stellten sich seit 1933 zunehmend ein. Es folgten eine Verurteilung wegen Verweigerung der Beflaggung und die Entziehung der Zulassung für den Religionsunterricht im Jahre 1937. Willkommener Anlass für seine Verhaftung war schließlich das von ihm unterstützte Verhalten seines Kaplans Peter Schlicker, der für die Unauflösbarkeit der christlichen Ehe eingetreten war. So schrieb Maurus Münch, ein Mithäftling im KZ, über ihn: „Daß er seinen jungen Mitbruder vor dem Tribunal der Gestapo deckte, war für ihn einfach selbstverständlich: „Ich konnte mich doch in einer solchen Situation nicht verleugnen“, hat er mehr als einmal in Dachau gesagt. Hier wurde seine Größe offenbar“. Geschwächt durch die Haftbedingungen, die Demütigungen und den Hunger verschied er bereits ein Jahr nach seiner „Einlieferung“ am 12.8.1942. Zum 5. Jahrestag seines Todes durfte P. Burkhard Neunheuser OSB ihn wohl zu recht als „ein lauteres Abbild des Pastor Bonus, des Guten Hirten“ bezeichnen, „der sein Leben hingibt für seine Schafe – ein Ruhm seines priesterlichen Standes, seiner Diözese und Pfarrei und nicht zuletzt seiner deutschen Heimat“.
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