7 Märtyrerpriester der NS-Zeit

Dechant Josef Zilliken

Dechant Josef Zilliken

Letzter Dienstort: Wassenach
verstorben am 3.10.1942 in Dachau

Josef Zilliken wurde am 17.9.1872 in Mayen geboren. Nach dem Progymnasium in Mayen besuchte er das Gymnasium in Prüm und Koblenz. Von 1894 bis 1898 studierte er am Bischöflichen Priesterseminar Trier und empfing am 26.3.1898 von Bischof Michael Felix Korum die Priesterweihe. Nach seiner Kaplanszeit, die er im saarländischen Sulzbach verbrachte, wurde er am 26.3.1901 zum Pfarrer von Wolfersweiler nahe Freisen ernannt. Weitere Stationen waren Thalexweiler bei Ottweiler (1905 – 1922) und Prüm (ab 1922), wo er sich in der Bekämpfung der Separatistenbewegung verdient machte. Eine schon in Prüm begonnene Fehde mit dem späteren NSDAP- Kreisleiter und zahlreiche andere „Vergehen“ brachten ihm immer wieder Bespitzelungen und Verhöre ein.

Besonders hervorzuheben ist wohl auch eine Verurteilung wegen Beleidigung Alfred Rosenbergs und seiner Schrift „Mythos des 20. Jahrhunderts“, die man in seinen Predigten wiederzufinden glaubte. So bescheinigt der ebengenannte Kreisleiter: „Um das Gedankengut des Nationalsozialismus in der Stadt Prüm noch tiefer in die Bevölkerung hineinzubringen, ist Dechant Zilliken ein großes Hindernis“ (12.10.1936). Auch eine letzte Versetzung nach Wassenach, in der Nähe des Laacher Sees, brachte ihm keine Ruhe vor der nationalsozialistischen Hetze.

Nach dem schon genannten Eklat im Restaurant „Waldfrieden“ wurde er zusammen mit seinem Mitbruder zuerst nach Koblenz, dann nach Buchenwald und Sachsenhausen-Oranienburg und schließlich im Juli 1940 nach Dachau verbracht. Dort litt er sehr unter den widrigen Bedingungen, was ihn jedoch nicht davon abhielt „kämpferisch … wie ein alter Haudegen auf dem Schlachtfeld“ in den Tod zu gehen. Er starb am 3. Oktober 1942, wohl unter zumindest zweifelhaften Umständen.