Pfarrer Johannes Schulz
Letzter Dienstort: Nickenich
verstorben am 19.8.1942 in Dachau
Johannes Schulz wurde am 3.4.1884 in Obervölklingen geboren. Nach seinem Schulbesuch in Trier und Saar- brücken besuchte er das Bischöfliche Priesterseminar in Trier. Kurz bevor er seine erste Kaplansstelle in der Pfarrei Heilige Dreifaltigkeit in Lebach antrat, wurde er am 12.8.1911 von Bischof Korum zum Priester geweiht.
Es folgte der zweiten Kaplansstelle in Wadgassen ein über vierjähriges Wirken, vom Frühjahr 1914 bis zum Herbst 1918, als Divisionspfarrer in der Region um Metz, wo er sich in der Feldseelsorge viel Anerkennung unter den Soldaten verdiente. Aber schon während des Krieges liess er in einem Brief an den Trierer Generalvikar Meurers durchblicken, dass er den Tag herbeisehnt, an dem er „bei Menschen in geordneten Verhältnissen Seelsorge ausüben darf“ (Schreiben an das Generalvikariat vom 31.3.1918) Gleich auf seiner ersten Pfarrstelle, die er am 14.7.1919 in Derlen antrat, geriet er allerdings in Konflikt mit den Nationalsozialisten. Schon dort berichteten Zeugen, „sein Verhalten sei … sehr gegen das Deutschtum eingestellt“.
Trotz seiner Versetzung nach Nickenich bei Mayen wurden die Anschuldigungen gegen ihn nicht weniger. Zum Eklat kam es einige Jahre später, als er mit dem benachbarten und ihm befreundeten Pfarrer von Wassenach, Josef Zilliken, nach einem Spaziergang am Laacher See in das Restaurant „Waldfrieden“ einkehrte. Beide Geistlichen verweigerten dem dort ebenfalls ankommenden Generalfeldmarschall Hermann Göring den vorgeschriebenen „Deutschen Gruß“. Beide Pfarrer wurden noch am gleichen Abend in Schutzhaft nach Koblenz gebracht und schließlich am 14.12.1940 ohne Gerichtsverhandlung ins Konzentrationslager Dachau „überführt“. Unter besonderen Schikanen hatten sie dort ihr „Vergehen“ abzubüßen, indem sie immer wieder an einer auf einer Stange aufgesteckten Mütze vorbeimarschieren mussten, die Hand beständig zum „Deutschen Gruß“ erhoben. Als weitere Schikanierung mussten sie unzählige Male auf eine Schiefertafel schreiben: „Jeder Deutsche ist verpflichtet, den Reichsmarschall zu grüßen“.
So markant der hier geschilderte Vorfall auch ist, so stellt er doch in keiner Weise den alleinigen Grund für die Verhaftung dar. Ein Blick in die über Schulz verfasste Gestapo-Akte gibt Einblicke in das Wirken eines Pfarrers, das aus nationalsozialistischen Kreisen mit tiefstem Misstrauen verfolgt wurde. Von den schweren Demütigungen und Zwangsarbeiten im KZ gezeichnet, starb Johannes Schulz während des Hungersommers 1942 völlig entkräftigt am 19.8.1942. Seine letzten Worte „Ich sterbe für meine Gemeinde, damit alle gerettet werden für die Ewigkeit“ zeigen, wie er sein Leben als Opfer für seine Schäfchen nach dem Vorbild Christi hinzugeben bereit war.
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