7 Märtyrerpriester der NS-Zeit

Pfarrer Johannes Ries

Pfarrer Johannes Ries

Letzter Dienstort: Arzfeld
verstorben am 4.1.1945 in Dachau

Johannes Ries wurde am 9.7.1887 in Elversberg im Saarland geboren. Er besuchte die Gymnasien in St. Ingbert und in Speyer, bevor er dort 1909 sein Abitur ablegte. Es folgte das Studium der Philosophie und Theologie im Bischöflichen Priesterseminar Trier. Seine Priesterweihe empfing er am 28.3.1914 durch die Hand des Bischofs im Trierer Dom. Kaplan war Johannes Ries in Kues bei Bernkastel, in Uchtelfangen, in Waldbreitbach und in Losheim an der Saar. 1923 übernahm er dann seine erste Pfarrstelle in Arzfeld in der Eifel.

Bis 1933 konnte Ries hier in Ruhe wirken und machte sich besonders in der Förderung von katholischen Vereinen und der Linderung von Not und Armut verdient. Im Herbst 1933 traten dann die ersten Konflikte und Verleumdungen seitens der nationalsozialistischen Herrschaft auf. Sein Fernbleiben von einer verkappten Propagandaveranstaltung und ein nie gehaltener Vortrag über die „Saarfrage“ ließen ihn stärker in das Visier der Verfolger geraten. Es folgten Anklagen wegen angeblicher Beleidigung eines Gauleiters, Verweigerung der vorgeschriebenen Beflaggung, zahlreicher Predigtäußerungen und dem Umgang mit einem französischen Geistlichen, dem er in seiner Kriegsgefangenschaft erlaubt hatte, in „seiner“ Kirche die Hl. Messe zu feiern. Schließlich wurde er sogar bei den „Sittlichkeitsprozessen“ angeklagt. Zunächst blieben aber alle Anklagen nicht beweisbar oder reichten für eine Verhaftung nicht aus.

Zum Verhängnis wurde ihm eine Hausdurchsuchung, bei der auch Briefe an seine sich im Krieg befindenden Soldaten gefunden wurden, die „Zweifel“ an einem deutschen Sieg erkennen ließen. Am 6.8.1942 wurde Pfarrer Johannes Ries nach Trier in Untersuchungshaft und dann am 4.11. des gleichen Jahres nach Dachau verbracht. In seinem Abschiedsbrief aus Koblenz, der auf der Innenseite eines Briefumschlags aus dem Gefängnis geschmuggelt wurde, äußert er die wie eine Gewissheit scheinende Vermutung über sein nahendes Schicksal: „Wie ein zum Tode Verurteilter nehme ich Abschied von Euch. Habt herzl. Dank für alles Gute, was ihr mir erwiesen habt.“ Weiter schreibt er: „Meine Ahnung ging eher in Erfüllung als ich glaubte. Die Hauptschuld tragen meine Predigten. Hoffentlich trägt mein Kreuz etwas bei zum Triumphe der Kirche“.

Obwohl Pfarrer Ries die schwere Arbeit und den Hungersommer 1942 „körperlich und seelisch gut überstanden“ hatte, befreite ihn in der Nacht auf den 4.1.1943 ein Herzschlag aus der Not des Konzentrationslagers. Er starb im Bewusstsein, sein Leben als Opfer für seine Pfarrei hinzugeben.