Pfarrer Jakob Ziegler
Letzter Dienstort: Cond
verstorben am 12.5.1944 in Dachau
Jakob Anton Ziegler wurde am 15.6.1893 in Nalbach an der Saar geboren. Er besuchte bis zu seiner Reife- prüfung 1914 als Konviktsschüler das Trierer Friedrich-Wilhelm-Gymnasium und schloss daran seine philo- sophischen und theologischen Studien im Bischöflichen Priesterseminar Trier an. Seine Seminarzeit wurde unterbrochen durch einen 41-monatigen Wehrdienst im 1.Weltkrieg in Frankreich, Belgien und Russland. Nachdem er seine theologischen Studien beendet hatte, wurde er am 13.8.1922 vom Trierer Bischof Franz Rudolph Bornewasser zum Priester geweiht.
Seine Kaplanszeit verbrachte er in der Trierer Pfarrei Liebfrauen und St. Laurentius. Seine Demut und seine Arbeitsamkeit fanden bei seinen Pfarrern große Anerkennung. Seine erste Pfarrstelle erhielt Ziegler 1931 in Langsur. Gleich nach seinem Amtsantritt geriet er dort in Auseinandersetzung mit einem Gastwirt, der nach der Machtergreifung 1933 zum Ortsgruppenleiter bestellt wurde. In einer Korrespondenz mit Trier klagt Ziegler über Beschimpfungen durch den Ortsgruppenleiter: „Ich sei ein Nichtsnutz, ein Lump, die Pastöre alle seien Schufte, sie hielten es mit den Kommunisten.“ Pfarrer Ziegler wurde seine Arbeit, wohl vor allem durch den Ortsgruppenleiter, immer wieder erschwert. 1933 wurde in Langsur der katholische Jungmännerverein aufgelöst und fast die Kollekte für das Priesterseminar „Rudolphinum“ beschlagnahmt. 1935 musste Ziegler sich öffentliche Beschimpfungen einer HJ- und BDM-Gruppe gefallenlassen.
Bei einer Volksmission im Jahre 1936 wurde überaus erfolgreich für die Bistumszeitung „Paulinus“ geworben; ein weiterer Stachel im Fleisch der Nationalsozialisten. 1937 konfiszierten Gestapoangehörige bei Ziegler persönliches Eigentum und fanden dabei auch eine Mappe mit Beschwerden des Pfarrers gegen die Partei. Im gleichen Jahr wurde er verwarnt, weil er die katholische Publikation „Katechismuswahrheiten“ im Religionsunterricht ausgeteilt hatte. Am 7.12.1938 wurde er schließlich von der Gestapo aus dem Regierungsbezirk Trier ausgewiesen. Am Ende desselben Monats wurde er deshalb zum Pfarrer von Cochem-Cond ernannt, wo er weiterhin unter Beobachtung stand. Es folgten Verhöre und Anklagen wegen Verstoßes gegen das Sammlungsgesetz und wegen „staatsabträglichen Äußerungen“ gegenüber einquartierten Arbeitern. Bei der Hausdurchsuchung am 31.7.1941, durch die man „Lebensmittelhamsterei“ beweisen wollte, wurden in seinem Eigentum „konfessionelle Schriften hetzerischen Inhaltes“ gefunden und beschlagnahmt.
In der Gestapoakte über Ziegler ist an diese Notiz der Vermerk „wurde am 8.8.41 festgenommen“ und „Gem. Erl. RSHA vom 26.11.41 dem KZL. Dachau zugeführt“ angefügt. Trotz eines Magen-Darmleidens aus dem 1. Weltkrieg und einer im KZ durchgeführten Operation überstand er den Hungersommer 1942. In seiner eigenen Schwäche war er immer ein Vorbild an Hilfsbereitschaft und Gottvertrauen für seine Mitbrüder, denen er unter Todesgefahr die Heilige Kommunion ins Lazarett brachte. Nach einer erneuten Operation verstarb Jakob Ziegler mit den kirchlichen Sakramenten versehen am 12.5.1944 in dem Bewusstsein, durch „Leiden […für seine] Pfarrkinder zu wirken.“
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