Grubenfahrt Nordschacht 3.2.12

Grubenfahrt Nordschacht 3.2.12

Logbuch der Exkursion „Glück auf!“: -11.30 Uhr: Neun Seminaristen und Subregens starten in Richtung Lebach-Falscheid, um dort durch den Nordschacht in das letzte aktive Bergwerk der RAG Deutsche Steinkohle AG im Saarland einzufahren. -12.30 Uhr: Ankunft und Picknick mit Lunchpaketen -13.00 Uhr: Begrüßung durch Günther Wycislo und einführender Vortrag durch den Zuständigen für die Besucherbetreuung, Ralf Röder -13.40 Uhr: Besuch „über Tage“ in der Grubenwarte zur Überwachung der Vorgänge „unter Tage“ -13.50 Uhr: Die Gruppe legt die Bergmannskleidung und -ausrüstung an: Unterwäsche, Hemd, Halstuch, Hose, Gürtel und Jacke, Sicherheitsschuhe, Helm, Schienbeinschoner, Handschuhe und Schutzbrille sowie Gürtel mit Stirnlampe, Akku und Filterselbstretter bzw. Mund- und Ohrschutz. -14.20 Uhr: Sicherheitsbelehrung -14.35 Uhr: Besteigen einer von vier Etagen des Förderkorbes und Einfahrt auf Sohle 20 in 1.200 Metern Teufe. Der Nordschacht ist mit 1.750 Metern Teufe der tiefste noch betriebene Schacht Europas. -14.40 Uhr: Zu Fuß, mit Elektro- und Seilzugbahn bewegt sich die Gruppe langsam, aber sicher entlang des Förderbandes in Richtung Abbaustreb. Die Luft (bergmännisch: „Wetter“) ist sehr warm, aber zum großen Teil „frisch“. -15.30 Uhr: Am Ziel: Ein Kohlehobel bearbeitet das Flöz auf einer Breite von mehreren hundert Metern. Die Decke des Förderstreb wird durch hydraulisch gesteuerte Schilde gestützt. Alle Teilnehmer der Exkursion erleben unter heftiger Staubentwicklung somit das Abbauen und den Abtransport der Kohle mit. Die RAG ist ein wichtiger Lieferant für die saarländischen Kohlekraftwerke: Fast die gesamte Jahresproduktion von rund einer Million Tonnen Steinkohle ging 2008 zur Grundversorgung an die saarländische Kraftwirtschaft. Mit dieser Kohle haben die Kraftwerke Weiher, Ensdorf, Fenne und Bexbach Strom und Fernwärme für die Menschen in der Region und darüber hinaus erzeugt. Diese vier Kraftwerke gewährleisten mehr als 90 Prozent der gesamten Stromerzeugung des Saarlands. -17.00 Uhr: Nach dem Rückzug durch die Stollen, wieder entlang des Förderbandes, aber auch vieler Leitungen für Strom, Luft, Wasser, Beton, geht es in Richtung Nordschacht, wo der Förderkorb bestiegen wird. Gruppenfotos, Besichtigung des Triebwerks des Förderkorbs, Entledigung von Bergmannskleidung/-ausrüstung und Kohlestaub, Imbiss mit Lyoner und Film über die Geschichte des Bergbaus bilden den Abschluss der Grubenfahrt. -19.00 Uhr: Die Gruppe erlaubt sich in der Wohnung des Subregens die Einnahme eines „Grubenwassers“ als Aus- und Nachklang der beeindruckenden Erfahrungen des Tages (Unter und Über). Dieses Erlebnis ist auch deshalb so besonders, weil durch Bergwerksbetreiber und Politik ein Ende der Förderung im Bergwerk Saar im Jahr 2012 beschlossen wurde. Damit geht am 30. Juni 2012 ein wichtiges Kapitel in der Geschichte des Saarlandes zu Ende.

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