Karlstag 2010 - Abschied Subregens
Am 4. November feierte die Kommunität gemeinsam mit Bischof Stephan und zahlreichen Gästen aus Fakultät und Domkapitel das Fest des hl. Karl Borromäus. In seiner Predigt während des feierlichen Pontifikalamtes erinnerte Bischof Dr. Ackermann die Festgemeinde daran, dass Freundschaft einen zentralen Stellenwert im Leben des Heiligen eingenommen hat. Zum einen hätte die freundschaftliche Beziehung zu einem spanischen Bischof die Begeisterung des Papstnipoten Borromäus für das Bischofsideal der tridentischen Reform geweckt. Zum anderen hätte ein Kreis von Freunden, die sich in den sogenannten 'notte vaticane' mit geistlichen Themen beschäftigten, diesen immer tiefer in die 'familiaritas cum christo', den familiären Umgang mit unserem Herrn und Heiland geführt.
Vor Beginn des anschließenden Festessens würdigte Regens Michael Becker auf liebenswürdige Art und Weise den Dienst von Dr. Thomas Deutsch. Er erinnerte an die vielfältigen Aufgaben eines Subregens, die auch in einer kleinen Kommunität unverzichtbar sind, und zitierte einen humorvollen Beitrag von Gerhard Schneider zu Amt und Aufgabe eines stellvertretenden Seminarleiters: »Subregenten sind erst seit wenigen Jahren Priester, überaus ehrgeizig, meistens etwas übereifrig und nicht selten sportlich. In der großen Seminarfamilie sind sie so etwas wie die großen Brüder der Seminaristen. Die größte Beleidigung für einen Subregens ist der Hinweis, er wäre noch ein wenig grün hinter den Ohren. Er weiß stets alles besser als der Regens, ist aber insgesamt froh, dass der Kelch der heiklen Entscheidungen stets an ihm vorübergeht.«
Auch der neugewählte Seminarsprecher Thomas Neiß ließ es sich nicht nehmen, einige wertschätzende Worte für Dr. Deutsch zu finden. "Einander geschenkt und zugemutet" - so habe der Subregens stets die intensive Gemeinschaftserfahrung, die mit dem Trierer Propädeutikum verbunden ist, beschrieben. Gerne greife er diesen Gedanken, die von der wohltuenden und zugleich herausfordernden Nüchternheit des zukünftigen Schulpfarrers zeugen, auf und möchte sie auf die Person ihres Urhebers übertragen sehen. Neiß dankte Deutsch für dessen Zumutungen, die die Seminaristen zu eigenständigem Denken herausforderten und wertete dies zugleich als dessen Geschenk an den Priesternachwuchs der Diözese.
Dr. Deutsch dankte abschließend allen, mit denen er in den vergangenen 5 Jahren zusammen gelebt, gebetet und gearbeitet hat. Er sagte: "Als ich diesen Dienst begann, habe ich mir nicht vorstellen können, wie dankbar ich an dessen Ende denen sein werde, die mir die Möglichkeit einer zweiten Seminarzeit eröffnet haben." Er nannte ausdrücklich Kardinal Reinhard Marx, Prälat Dr. Rainer Scherschel und Msgr. Dr. Georg Bätzing.
Wir wünschen unserem Subregens, der noch ca. sechs Wochen bei uns sein wird, für seinen weiteren Lebensweg alles Gute und Gottes Segen - ad multos annos vivat!

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